Hinter der erfolgreichen Wiedereröffnung verbirgt sich eine strukturellere Frage: Kann das Land dieses kurze Zeitfenster makroökonomischer Stabilität nutzen, um die drohende Schuldenkonzentration bei Fälligkeiten in den Jahren 2027 und 2028 abzumildern? Das Finanzministerium nahm 2,7 Milliarden Ghanaische Cedi (GH¢) durch die Emission einer siebenjährigen Anleihe mit einem Zinssatz von 12,5 Prozent ein, die Gebote in Höhe von 3,1 Milliarden GH¢ verzeichnete. Die Überzeichnung deutet auf eine verbesserte Stimmung nach zwei Jahren Haushaltskonsolidierung und Schuldenrestrukturierung hin.
Die Bedeutung der Emission liegt jedoch weniger in der Höhe des Emissionsvolumens als vielmehr im Zeitpunkt. Ghana versucht, eine langfristige inländische Zinsstrukturkurve wiederherzustellen, bevor eine Reihe großer Verbindlichkeiten fällig werden.
Ein aufgeschobenes, nicht gelöstes Fälligkeitsproblem
Die Schuldenfalle ist zum Teil eine Folge der Restrukturierung selbst. Das im Dezember 2022 gestartete Domestic Debt Exchange Programme (DDEP) ersetzte bestehende Instrumente durch neue Anleihen mit spezifischen Laufzeiten – insbesondere 2027, 2029, 2032 und 2037. Dies führte zu einer Häufung der Verbindlichkeiten, wobei sich 2027 als besonders belastend erwies. Auch im Ausland ist das Schuldenprofil eng. Ghana muss 2026 Eurobond-Rückzahlungen in Höhe von 1 Milliarde US-Dollar und 2027 in Höhe von 2 Milliarden US-Dollar leisten, nachdem bereits 2025 weitere Anleihen fällig geworden waren.
Selbst nach der grundsätzlichen Einigung mit internationalen Anleihegläubigern über die Restrukturierung lässt die Abfolge der Verpflichtungen wenig Anlass zur Sorglosigkeit. Das Risiko besteht nicht in einer unmittelbaren Insolvenz, sondern in Refinanzierungsschwierigkeiten. Die Häufung inländischer und ausländischer Fälligkeiten in einem kurzen Zeitraum erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die Finanzierungsbedingungen eher von den Marktbedingungen als von politischen Absichten bestimmt werden.
Zeitgewinn durch Umschuldung
Die mittelfristige Schuldenmanagementstrategie der Regierung (2025–2028) verfolgt einen mehrgleisigen Ansatz: Verlängerung der Laufzeiten, Wiederherstellung des Marktzugangs und Reduzierung des Refinanzierungsrisikos vor Erreichen des Höhepunkts. Die siebenjährige Anleihe fügt sich nahtlos in diese Strategie ein, da jede Emission mit längerer Laufzeit die Verpflichtungen aus dem Zeitraum 2027 verschiebt und so den Rückzahlungsdruck effektiv über die Zeit verteilt. Da die Renditen von den Krisenhöhen von fast 28 Prozent auf rund 14 Prozent drastisch gesunken sind, bietet das aktuelle Umfeld eine vergleichsweise kostengünstige Möglichkeit zur Umsetzung dieser Strategie.
Die Rechnung ist jedoch trügerisch einfach. Der Erfolg hängt von einem nachhaltigen Marktzugang zu angemessenen Konditionen ab – eine Bedingung, die für Schwellenländer naturgemäß fragil ist. Erschwerend kommt hinzu, dass die Regierung sich zu einer Nullfinanzierung durch die Zentralbank ab 2026 verpflichtet hat. Ohne Rückgriff auf die Finanzierung durch die Bank von Ghana muss der Inlandsmarkt das gesamte Kreditprogramm aufnehmen. Dies führt zu einer entscheidenden Einschränkung: Die Nachfrage nach Staatsanleihen muss schnell genug steigen, um mit dem Angebot Schritt zu halten, ohne dass die Renditen wieder auf ein so hohes Niveau wie in den letzten Jahren steigen.